Boule richtige Sport zur richtigen Zeit

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Peter sah Boule zum ersten Mal, als er in Südafrika arbeitete. Damals sagte er zu seiner Frau: „Das ist eine Sportart, die wir machen können, wenn wir in Rente sind.“ Seine Frau war sofort einverstanden.

Heute, viele Jahre später, muss Peter über diesen Gedanken ein wenig lachen. Denn inzwischen weiß er: Eigentlich sollte man mit jeder Sportart so früh wie möglich anfangen. Das gilt auch für Boule.

„Die Bewegungsabläufe müssen genau und immer gleich sein“, sagt Peter. „Das lernt man am besten in jungen Jahren.“ Wer erst spät mit Boule beginnt, könne natürlich noch ein gutes Niveau erreichen. „Aber Europameister oder Weltmeister wird man dann wohl nicht mehr.“

Peter weiß, wovon er spricht. Er hat sein Leben lang Sport getrieben: 50 Jahre Handball, 30 Jahre Tennis, 20 Jahre Volleyball. Alles, wie er sagt, aus dem Drang heraus, sich zu bewegen. Doch irgendwann wurden Handball und Tennis zu schnell, Volleyball zu anstrengend. Und genau da kam Boule ins Spiel.

„Boule ist für mich eigentlich der richtige Sport zur richtigen Zeit“, sagt Peter. „Man bewegt sich, aber nicht überfordernd. Man ist draußen. Man spielt mit anderen. Und man kann sehr viel Freude daran haben.“

Oft wird Boule noch immer als Seniorensport gesehen. Aber das Bild stimmt längst nicht mehr ganz. Immer mehr jüngere Menschen entdecken Pétanque, und viele spielen auf erstaunlich hohem Niveau. Gerade bei ihnen sieht man, wie präzise, konzentriert und technisch anspruchsvoll dieses Spiel sein kann.

Trotzdem ist Boule auch für ältere Menschen eine wunderbare Möglichkeit, sportlich aktiv zu bleiben. Peter sagt es deutlich: Wer mit 70 oder 80 anfängt, kann das Spiel durchaus noch lernen. Vor allem dann, wenn man aus früheren Sportarten ein gewisses Ballgefühl mitbringt. „In ein oder zwei Jahren kann man so weit kommen, dass man gut mitspielen kann“, meint er. „Man wird vielleicht kein Meister mehr, aber man kann sehr viel Spaß haben.“

Auch Ligaspiele seien im Alter noch möglich. Allerdings würde Peter im hohen Alter nicht mehr den Ehrgeiz entwickeln, in den höchsten Klassen mitzuspielen. „Es gibt Klassen, in denen man altersgerechter Boule spielen kann“, sagt er. Und gerade dort könne man auch noch gewinnen. Das sei wichtig, denn Gewinnen macht natürlich auch Freude.

Auf die Frage, ob er selbst gut spiele, antwortet Peter mit trockenem Humor: „Ich spiele gut genug, um Spaß zu haben — und nicht gut genug, um in höheren Ligaklassen noch richtig mithalten zu können.“

Aber Boule ist für Peter mehr als nur eine angenehme Bewegungsform. Es ist auch ein interessantes Spiel, weil es nicht nur körperliche Ruhe und Präzision verlangt, sondern auch taktisches Denken. Man muss überlegen, welche Kugel gespielt werden soll, welche Strategie sinnvoll ist, wann man legt, wann man schießt, wann man Risiko eingeht und wann man besser sicher spielt.

Vielleicht liegt gerade darin der besondere Reiz. Boule ist Bewegung, Konzentration, Begegnung und Nachdenken zugleich. Man spielt miteinander, man spricht miteinander, man lacht miteinander — und manchmal entscheidet eine einzige Kugel über eine ganze Partie.

Wer das einmal ausprobieren möchte, ist herzlich eingeladen.

Im Rahmen von Sport im Park treffen wir uns wieder morgen, Donnerstag, 25. Juni, um 16.00 Uhr auf unserer Bouleplatz in Karlshof.

Vorkenntnisse sind nicht nötig. Boulekugeln sind vorhanden. Erfahrene Spielerinnen und Spieler zeigen gerne, wie es geht.

Ort: Bouleplatz zwischen Dornierstraße und Eckenerstraße
Eingang: Dornierstraße, schräg gegenüber vom bulgarischen Laden Rila

Einfach vorbeikommen, zuschauen, mitspielen — und entdecken, warum Boule für viele Menschen eine tolle Sache ist.